Pressestimmen

Wer das Glück hatte, am 8.3. beim MELODIVA Club Concert in der Frankfurter Art Bar dabei zu sein, kam schon in den Genuss des neuen Albums der Formation No Tango. Diese präsentiert auf „Eleven“ elaborierte Kompositionen von Christina Fuchs (sax, cl) und Ulla Oster (kb). Der Titel entstand, weil Fuchs und Oster „viele 10er und 11er geschrieben“ haben, wie sie selbst sagen; er passt aber auch zu der Tatsache, dass die zwei mit Christoph Hillmann (dr, perc) und Florian Stadler (acc) bereits seit elf Jahren zusammenspielen.

Bei ihren Kompositionen ließ sich Fuchs von den geschichtenreichen Bildern von Paul Klee inspirieren, die auch im Booklet abgebildet sind. Los geht es mit dem Stück „Zwitschermaschine“, in dem Stadler’s Akkordeon und Fuchs‘ orientalisch angehauchte Klarinette im Duett zwitschern. Das Stück „Schellenengel“ wird von einer Kalimba auf seinen Weg geschickt, „Der Seiltänzer“ greift den Balanceakt zwischen Tango und Jazz auf und lässt das Kontrabass-Spiel von Ulla Oster in den Vordergrund rücken. Für das rhythmisch vertrackte „Ad Parnassum“ hat Fuchs mit ihrer Bigband den WDR-Jazzpreis (2014) gewonnen. In Oster‘s „Tiptoe“ scheinen die vier auf Zehenspitzen zu tanzen, um dann in „Chacarera (drunken)“ das Wechselspiel von Taumeln und wiedererlangter Kontrolle zu beschreiben.

Es ist spannend, wie die vier ausgefuchsten MusikerInnen miteinander agieren, wie sich furiose, schnelle Parts mit ruhigen Passagen abwechseln, in denen sich nicht nur das Ohr wieder erholen und Neues aufnehmen kann, sondern auch die einzelnen Bandmitglieder Raum bekommen, um ihre Ideen zu entwickeln.

jazzzeitung : INSPIRATION PUR!

Ein Rückblick auf "Cologne meets Melbourne" 5/2014

"Nachdem sie 2012 als Highlight des Wangaratta Jazz Festivals gefeiert wurden, gingen Christina Fuchs 'No Tango Quartet' und das 'Andrea Keller Quartet' nun erneut gemeinsam auf Tour: als 'Cologne meets Melbourne' begeisterten sie diesmal hierzulande ihr Publikum. Vom 15. bis 25. Mai waren sie unter anderem in Dresden, Berlin, Dortmund und München zu erleben.

Wenn sich zwei im Konzept zwar ähnliche, musikalisch aber doch völlig unterschiedliche Quartette zusammentun, kann nur etwas Spannendens herrauskommen! Noch dazu, wenn zwei Bandleaderinnen- die diesjährige WDR Jazzpreisträgerin Christina Fuchs und die mehrfache ARIA-Award Gewinnerin Andrea Keller- mitwirken, wie bei dem deutsch-australischen Projekt 'Cologne meets Melbourne'. Für 2012 organisierte Maryanne Piper ein erstes Zusammentreffen in Australien, das sofort ein grandioser Erfolg wurde: Zum Wangarattta Jazz Festival 2012 wurden sie als das Highlight gefeiert. Im Mai 2014 stand nun die zweite gemeinsame Tournee auf dem Plan. In insgesamt sieben deutschen Städten sowie in Luxembourg waren sie zu Gast. Den Auftakt bildete das Konzert im Jazzcjub Tonne in Dresden. Das Andrea Keller Quartet überzeugte vor allem mit seiner Frontfrau am Klavier, deren lyrische und forsche Klänge sich wunderbar mit den homogenen Sätzen, darunter eindrucksvolle Parallelverschiebungen, von Scott Tinkler an der Trompete und Ian Whitehurst am Tenorsaxophon mischten, aus denen  sie aber von Zeit zu Zeit auch ausbrachen, um zu kraftvollen Soli anzusetzen. Die Stücke, die Keller alle selbst schreibt, überraschen und faszinieren, da sie gleichermassen innovativ wie facettenreich sind und dennoch dabei angenehm unaufdringlich wirken. Das mag auch damit zusammenhängen, das man den Musikern ihre mittlerweile über zehnjährige Zusammenarbeit anmerkt: Vertrauensvoll überlässt der eine dem anderen den Raum zum Entfalten. Auch die vier Jazzer des Kölner No Tango Quartetts begeisterten. Florian Stadlers Akkordeon und Christina Fuchs Bassklarinette harmonierten nicht nur in klanglicher Hinsicht prächtig, auch beim Wechsel zum Sopransax brillierten beide bei virtuosen Soli. Ein Erlebnis war zudem Ulla Oster am Bass, deren Zupftechnik einer Fingerakrobatik gleichkam und die sich darüberhinauss als originelle Komponistin behauptete. Auch Christoph Hillmann am Schlagwerk zeigte sich ideenreich, fiel durch präzises und differenziertes Spiel auf. Vor allem in dem im anschliessenden Doppelkonzert gegebenen Schlagabtausch mit seinem australischen Drummer-Kollegen Joe Talia begeisterten beide in puncto timing und Kreativität. Als Oktett vereinigt spielten sie vor allem Stücke von Christina Fuchs und Ulla Oster sowie einige Sätze aus einer konzertant anmutenden Suite Andrea Kellers. Dedinitiv war die ein deutsch-australisches Zusammentreffen, das sich auch fürs Publikum gelohnt hat."  Kathleen Goldammer

Spannend, dynamisch, ungerade

WDR jazzpreisträgerin Christina Fuchs und No Tango beeindrucken mit innovativem Jazz im Trierer Brunnenhof

"Zwei Aha-Erlebnisse gibt es gleich zum Auftakt des Konzertes von No Tango: da steht eine Band in seltener halb weiblicher, halb männlicher Besetzung auf der Bühne. Und es ist ein Instrument dabei, das im jazz so gut wie nie, schon garnicht in einer Hauptrolle auftaucht- das Akkordeon.Mit 'Tangomat' geht es richtig zur Sache, im einprägsamen Stil, den die kreative Frontfrau, Saxofonistin Christina Fuchs, geformt hat. Ihr nach eigenem Bekunden ausgeprägtes Faible für ungerade zahlen schlägt sich in ungerader Rhythmik nieder. Für dieses unkonventionelle Kompositionsprinzip ist die in viele renommierte Projekte eingebundene Musikerin mit dem WDR Jazzpreis ausgezeichnet worden. Zu recht, denn die so entstandene, viele Improvisationsfreiräume bietende Musik klingt ungewöhnlich spannend. Sie schöpft aus unterschiedlichen Einflüssen und Ideen..." Anke Emmerling

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No Tango bei der Jazz-Initiative Mainz


Das letzte Konzert der Jazzinitiative Mainz (jim) vor der Sommerpause beginnt mit einem orgiastischen, pulsierenden Free-Kollektiv und endet bei „Elf-Zehn“ mit Geräuschcollagen aus Zungenknallen und Instrumentenklappen auf dem Sopransaxophon, „Schreien“ auf dem Akkordeon, gestrichenem Kontrabass sowie ungebundenem Schlagzeug. In den zwei Stunden dazwischen verschmelzen die vier Musiker von „No Tango“ Jazz, Tango, Rhythmen und Skalen aus dem Orient, Folklore aus der Schweiz und Klassik aus Japan oder Indien zu einer expressiven, meist treibenden sowie groovenden Mixtur ganz originärer Ausprägung. Das Quartett um Christina Fuchs an Sopransaxophon und Bassklarinette nennt sich zwar „No Tango“, lässt Grundstrukturen und Harmonien des „Tango nuevo“ aber immer durchklingen. Das Quartett zerlegt ihn, um daraus Neues aufzubauen. Titel wie „Tangomat“ „Haiku“ oder „Buddha“ weisen darüber hinaus auf die vielfältigen Einflüsse hin, die das Quartett in seinen Stücken verarbeitet. 

Bei aller neutönerischer Expressivität und Aggressivität bleibt die Musik von „No Tango“ immer leicht und luftig mit einem melancholischen Unterton. Den Sound bestimmen die Sopransaxophonistin Christina Fuchs und Akkordeon-Spieler Florian Stadler in emotionalen Soli sowie in ein-oder oder mehrstimmigen Duos. Die enorm groovende rhythmische Basis legen die oft straight zupfende, in den Soli disharmonisch streichende Bassistin Ulla Oster und der differenzierende sowie auf präzise abgestimmten Fellen trommelnde Christoph Hillmann. 

In der Komposition, „Zoe and me“, die Christina Fuchs ihrer Tochter gewidmet hat, „parlieren“ und „plaudern“ Saxophon sowie Akkordeon in luftigen Stakkati, in „Circle“ mit einer Bass-Intro lassen Fuchs und Stadler ihr mehrstimmiges Duo um ostinate Melodiefiguren kreisen, während Hillmann nahtlos Tempo und Metrum wechselt. 

Christina Fuchs ist in dem Quartett die expressive und extrovertierte Künstlerin, Florian Stadler der introvertierte und emotionale Virtuose auf dem Akkordeon. Hier überblasene Spitzen und Mittellagen auf dem Saxophon, dort schwelgende und zuweilen zarte Highnotes auf den Tasten des Balgeninstruments. In „Versatile“ folgen dem frei harmonischen Bogenspiel auf dem Kontrabass flächige Klangfarben auf Bassklarinette und Akkordeon, in „Haiku“ bestimmt ein rasend schnelles Duo von Bass und Akkordeon den Charakter der Komposition.


„ No Tango“ fasziniert die Zuhörer im Haus der Jugend mit einer kreativen und virtuosen Vielfalt, ungewohnten Klangfarben und grenzgängerischen Experimenten in traumhaft sicheren sowie humorvollen Interaktionen. Die Parts der vier Musiker sind dicht verwoben und vielschichtig, die Struktur der Kompositionen offensichtlich notiert. Dennoch bleibt den Solisten viel Raum für freie Improvisationen. Das Kölner Quartett beweist, dass innovativer Jazz mit Spielwitz und Spontanität gepaart sein kann.

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Klaus Mümpfer

by Tom Keller

The second jazz album is recorded by the German saxophonist Christina Fuchs & No Tango. This is their second album with ten new compositions by Fuchs. The quartet plays a bit experimental and free mixture of jazz and world sounds, yes including tango influences. A complicated album that is not always easy to follow, but intrigues me at the same time. Four highly professional albums play in a passionate way, I don’t think an album that is suitable for the folkies, but might be loved by the more jazz orientated readers of this magazine.

Von Rolf Thomas

No Schneewalzer. Saxofonistin Christina Fuchs weiss genau, was sie nicht will. Rolf Thomas hat sie es erzählt.

Eine gewitzte, federleichte Musik ist es, die die Kölner Saxofonistin Christina Fuchs und ihr Quartett No Tango auf ihrem zweiten Album zelebrieren. Vertrackte Rhythmen sind dabei nur eine Vorliebe der Bandleaderin.

Wer die Band allerdings als Anti-Tango-Stoßtrupp versteht, sitzt einem Missverständnis auf. “Der Name ist letztlich nicht so ernst zu nehmen”, beschwichtigt Christina Fuchs, “Wir spielen damit. Aber da wir einen Akkordeonisten in der Band haben und viele dabei sofort an Tango denken, fand ich den Namen sehr komisch. Wir setzen eben auf Angriff statt Verteidigung. Wenn jemand eine Schublade sucht, soll er sie haben."

Interview mit Klaus Hübner

„No Tango 2" heißt Ihre neue Platte. Ist der Name Programm?

Im Prinzip schon. Entstanden ist er nicht sehr programmatisch, sondern als Reaktion darauf, dass ich mit dem vorher so genannten Christina Fuchs Quartett wegen des eingesetzten Akkordeons immer mit dem Tango verknüpft wurde. Die Reaktionen aus dem Publikum entzündeten sich immer am Tango. Durch das Akkordeon ist dieses Bild auch sofort da. Eigentlich haben mich die Leute durch ihre Reaktionen darauf gebracht. Es scheint ein Bedürfnis zu geben, alles in eine Schublade zu stecken. Ich selbst bin im Schubladendenken nicht besonders gut und hänge immer zwischen ihnen. Der Name ist aus einer Negation entstanden, aus dem, was man nicht ist. Und trotzdem ist man es doch immer ein bisschen, weil mehrere Schubladen offen stehen. Ein wenig Tango blitzt immer mal wieder durch, aber es ist wirklich keine Tangomusik. Gar nicht.

Von Michael Laages

Christina Fuchs “No Tango 2”

Das an Farben und Vielfalt reichste Instrument der Musik ist – nein: nicht das Klavier – das Akkordeon. Denn es vereint ja alle Vorzüge der seriösen Schwester, also zum Beispiel Ein- und Mehrstimmigkeit im selben Augenblick, mit den Qualitäten der mit Atemluft und Fingerdruck betriebenen Blasinstrumente. Und, nicht zu vergessen: das Akkordeon ist weit besser transportabel – im Koffer, nicht im Möbelwagen. Jenseits vom argentinischen Tango, den der kleine Bruder des Akkordeons, das Bandoeon, mit geprägt hat, schreibt das “Klvier der kleinen Leute” auch an der Jazz Geschichte kräftig mit, etwa in den Aufnahmen mit Richard Galliano; im Quartett der Kölner Saxophonistin Christina Fuchs kreiert es moderne Klänge, die deren neue CD “No Tango 2” zum Ereignis werden lassen.

Christina Fuchs: "No Tango 2"

Label: Wizmar Records

NO TANGO heisst das Quartett der Komponistin und Saxophonistin Christina Fuchs. Die Musik dieses Kölner Ensembles ist etwas für Genießer Hören wir nun selbst zum Abschluss der Sendung das Stück Scoul-Tarasp von Christina Fuchs’ No Tango.

Von Ingo Andruschkewitsch

Beim kleinen aber feinen Label WIZMAR Records erschien dieser Tage die neue CD der Saxophonistin Christina Fuchs und ihrem Quartett No Tango. Da es sich dabei um das zweite Album der Formation handelt, wurde es konsequenterweise No Tango 2 betitelt. Auch wenn man sich No Tango nennt, so ist der Tango doch ein wichtiger Einfluss des Quartetts, aber vor allem ist man im Jazz zu Hause und bezieht sehr vielfältige Einflüsse in die Musik mit ein.

Von Mauretta Heinzelmann

Die Kölner Saxofonistin Christina Fuchs hat einen unverwechselbaren Ton und eine ganz eigene Handschrift als Komponistin. Als Leiterin des United Women’s Orchestra entwickelte sie über viele Jahre ihren Stil, der mit ineinander verzahnten Ostinati und frei assoziierten Akkorden spielt. Sie hat ihr Programm „Soundscapes“ mit der NDR Bigband eingespielt und zahlreiche intermediäre Projekte mit Tanz und Theater durchgeführt. Diese intermediäre Vielfältigkeit hört man auch in ihrer Band „No Tango“: es ist eine experimentierfreudige intensive Musik, die erfindungsreiche Geschichten mit starkem emotionalen Gehalt erzählt. Jetzt ist die zweite CD erschienen, die schlicht „No Tango 2“ heißt. Und mit diesem Programm ist die vierköpfige Band auch auf Tour: die nördlichsten Termine sind am 20. April in Bielefeld und am 22. April in Münster.

No Tango und das Spiel mit den Schubladen

Interview mit der Jazzmusikerin Christina Fuchsnotango-interview

Bigband-LiebhaberInnen kennen sie schon lange als Leiterin des 18köpfigen all female United Women’s Orchestra: die Saxophonistin, Bassklarinettistin und Komponistin Christina Fuchs aus Köln. Seit 25 Jahren ist sie in den verschiedensten Formationen der Neuen und Improvisierten Musik und des Jazz zu hören und hat mehrere Preise gewonnen. So umtriebig sie auch ist - die Mutter einer Tochter beweist dabei einen langen Atem: als eine Hälfte des Duos KontraSax mit Romy Herzberg feierte sie kürzlich ihr 20jähriges Jubiläum. Auch ihr Hauptprojekt besteht bereits seit langem, vor zehn Jahren gründete sie mit der Kontrabassistin Ulla Oster, Christoph Hillmann am Schlagzeug und dem Akkordeonisten Florian Stadler ihr eigenes Quartett, das auf den schönen Namen “No Tango” hört und bereits zwei Alben veröffentlicht hat (”No Tango 1″(2008), “No Tango & Strings (2011)).

von Christopher Dömges

Wenn eine exzellente Saxophonistin ihre weltmusikalischen Erfahrungen mit ihren Musikerkollegen teilt, dann kommt immer etwas ähnlich Beeindruckendes heraus wie bei der Kölnerin Christina Fuchs. Mit drei Gleichgesinnten spielte sie "No Tango 2" ein. In guter, alter Tradition.

No Tango at Winterjazz Festival Köln

By Laurence Donohue-Green

...Oster also lent solid support to Christina Fuchs' quartet NoTango, the leader's various reeds (curved soprano, tenor, bass clarinet) complemented by Florian Stadler (accordion) and Hillmann (drums), who busilv shifted tempos and suitable rolls as if manufacturing waves over which his bandmates could happily surf...